Planlos cruisen im Osten Deutschlands
September 2020

Nach langem hin und her entschieden wir uns im Corona-Jahr 2020, Anfang September an die deutsche Ostsee zu fahren. Ein Urlaub in Frankreich oder gar Schottland kam aufgrund der Infektionszahlen in diesen Ländern nicht in Frage. So brachen wir am Vormittag des 05.09. gen Norden auf und reihten uns zusammen mit anderen Wohnmobilen, Pkw und Lkw in die zahlreichen Staus ein.

Am späten Mittag hatte Andreas die Nase voll – er fuhr von der Autobahn ab und wir machten am Alfsee eine späte Mittagspause und gingen mit den Hunden spazieren. Gegen 16:30 Uhr hatte sich die Lage auf der Autobahn entschärft und wir hatten eine reibungslose Fahrt bis Oldenburg in Holstein, wo wir auf dem WoMo-Platz am Wallmuseum übernachteten.

06. bis 08. September 2020
Katharinenhof auf Fehmarn

Nach einer absolut ruhigen und erholsamen Nacht und einem gemütlichen Frühstück sahen wir uns noch ein bisschen im Stadtzentrum um und fuhren weiter nach Katharinenhof auf Fehmarn.

Am äußersten Rand des Campingplatzes fanden wir einen schönen Stellplatz und ich steckte unseren Clain mit dem Schafzaun ab, damit die Hunde nicht an die Schleppleine mussten und mit dieser ständig Stühle und Tische umwarfen oder die Leine um die Beine der Markise wickelten.

Ich schätze, Camper mit Hunden waren auf diesem Campingplatz in der Mehrheit und einige hatten ebenfalls einen Zaun um ihren Camper aufgestellt.

Angeltechnisch sah es leider schlecht aus: Andreas berichtete zwar davon, dass zahlreiche Fische zu sehen waren, die aber keine Lust hatten, in den Köder am Ende der Angel zu beißen.

Am Montag machten wir einen ca. 8 km langen Spaziergang zum Leuchtturm nach Strukkamphuk und machten auf einer sich nach allen Seiten drehbaren, großen Bank alle vier Rast. Aufgrund der Bewegung der Bank endete die Rast in einem Tumult.

Am Dienstag überzeugte ich mich zusammen mit den haarigen Mädchen davon, da der Ort Katharienhof tatsächlich nur aus einer Reihe von Wohngebäuden, Ferienwohnungen, einem Hotel und einem Gutshof bestand.

Andreas beschloss, das Angeln bis auf weiteres an den Nagel zu hängen – die Einsicht, dass Angeln zurzeit an der Ostsee aussichtslos war, hatte bei Andreas ein Stimmungstief zur Folge.

09. / 10. September 2020
Pelzerhaken – Strand der eintausend Verbote

Nach einigen Problemen mit der Ent- und Versorgung der WoMo-Tanks fuhren wir gegen 11:00 Uhr mit unbekanntem Ziel vom Campingplatz Katharienhof los. Wir verließen Fehmarn Richtung Süden um dann der Küste Richtung Osten zu folgen und den einen oder anderen Campingplatz anzusteuern.

Gegen Abend schlugen wir dann unser Lager auf einem WoMo Stellplatz im Peltzerhaken auf.

Der Strandspaziergang überraschte uns im negativen Sinne mit klar geregelten Strandzugängen bestückt mit jeweils einem Hinweisschild mit Nummer und einer Reihe Ver- und Geboten. Einen Hundestrand gab es auch. Er war maximal 100 Meter lang.

Auf dem Rückweg fing es dann ganz leicht an zu nieseln. Je weiter wir Richtung WoMo kamen, desto merklicher wurde der Regen. Richtig stark wurde der Regen aber erst, als Andreas sich an den Sanitärgebäuden eines Campingplatzes unterstellen wollte. Nach einem längeren Schwätzchen mit einem der Camper machten wir uns nun bei deutlichem Regen auf den Rückweg.

Den Rest des Abends und die ruhige Nacht verbrachten wir auf dem Stellplatz. Am Morgen schien wieder die Sonne und ich unternahm den Vorfrühstücksgang mit den Hunden. Verbotenerweise betraten wir den einsamen Strand schon zwei Zugänge vor dem mickrigen Hundestrand und die beiden Mädels konnten mal so richtig toben.

10. / 12. September 2020
Timmendorf auf Poel

Nach dem Frühstück setzten wir unsere Fahrt nach Osten entlang der Küste fort. Eigentlich wollten wir uns Lübeck ansehen, fanden aber keinen passenden Parkplatz und fuhren unverrichteter Dinge weiter der Küste entlang nach Osten. Unterwegs pickte ich mir auf dem Handy-Display einen Campingplatz auf der Insel Poel nördlich von Wismar aus. Unterwegs versuchten wir mehrfach, die Rezeption des Campingplatzes anzurufen: entweder ging niemand an das Telefon, oder es war besetzt. Ein einziges Mal – kurz bevor wir am Ziel waren – wurde mein Anruf angenommen, aber die Person konnte mich nicht verstehen und lag wieder auf. Am Campingplatz angekommen wussten wir auch, warum das Campingplatz-Personal sich keine Mühe mit den Telefonanrufen gab – der Campingplatz war voll!

Zum Glück gab es aber direkt neben dem Campingplatz einen WoMo-Stellplatz – hier fanden wir noch ein ansprechendes Plätzchen und machten uns zügig nach der Ankunft auf zu einem Spaziergang. Das kleine Örtchen „Timmendorf“ machte zwar einen touristischen, aber sehr freundlichen Eindruck. Auch hier gab es die Hinweisschilder mit Ver- und Geboten, aber das wirkte irgendwie nicht so abstoßend auf uns, wie das Ambiente in Peltzerhaken. Der Hundestrand war sehr viel ausgedehnter, als der in Peltzerhaken und schloss sich einem bewirtschafteten Standabschnitt an, so dass die Mädels mit kleinen Unterbrechungen wegen Badegästen oder kleinen Kindern am Strand rumtoben konnten.

Zurück am WoMo läuteten wir den Feierabend ein.

Nach einer sehr ruhigen Nacht begann der Tag mit dem obligatorischen Hundegang und einem Stopp am Bäcker auf dem Rückweg. Es schloss sich ein gemütliches Frühstück an und irgendwann am Vormittag brachen wir zu einem Spaziergang auf. Diesmal setzten wir unseren Marsch nach Norden weiter fort, als am Vortag und erreichten den Ferienort „Schwarzer Busch“, wo wir auf der Terrasse eines Restaurants gemütlich ein leckeres, wenn auch recht kleinportioniertes Mittagessen bekamen, während die haarigen Mädels hinter einer ganz niedrigen Mauer auf der anderen Seite der Terrasse im Gras lagen und den Strand bewachten. Das Wetter war toll – unsere Stimmung war sehr gut, doch auf dem Rückweg war Andreas sehr ruhig – mir war klar, dass nun doch der Angelfrust wieder hoch kam.

Abends wollten wir eigentlich darüber beraten, wohin wir am kommenden Tag die Fahrt fortsetzten wollten, doch Andreas entzog sich einer Entscheidung.

Am kommenden Tag schwankten wir zwischen einer weiteren Übernachtung auf dem WoMo Platz oder einer Weiterfahrt. Ich glaube es war der mittlerweile überfüllte Zusatnd des WoMo-Platzes, der den Ausschlag zur Weiterfahrt brachte. Mittlerweile drückte sich an jeder einigermaßen beparkbaren Stelle ein WoMo rum – das war alles andere, als gemütlich.

Wir beschlossen, Richtung Müritz zu fahren – ohne zu glauben, dass wir in der zentral gelegenen Stadt Waren einen ansprechenden Ort zum Bleiben finden würden, gaben wir Waren ins Navi an und steuerten den Campingplatz mit dem Namen Kamerun an. Dieser liegt direkt an der Müritz – zumindest teilweise und tatsächlich fanden wir ein Plätzchen, wo wir für die nächsten vier Nächte bleiben würden.

13. bis 14. September 2020
Waren an der Müritz

Das Sonntagswetter machte seinen Namen Ehre, Andreas beschaffte sich einen Online-Angelschein für die Müritz und ich unternahm mit den Mädels einen Gang Richtung Altstadt – so können wir es hoffentlich für die nächsten Tage an der Müritz aushalten.

Den Sonntagabend verbrachte Andreas mit Köderfischen an einem Verbindungskanal zwischen Müritz und einem der kleineren Nachbarseen.

In den nächsten Tagen wurde es deutlich wärmer, so dass ich tagsüber mit den Hunden keinen langen Spaziergang machen konnte … zum Glück hatte ich das keine Wäldchen vor der WoMo-Tür.

Andreas suchte sich als nächstes Ziel einen Campingplatz an einem kleinen See am Städtchen Pelzin aus – der See hieß folglich großer Pelziner Stadtsee.

Da unsere Hunde mittlerweile zu Spätaufsteher wurden – zum Teil konnten wir bis 9:00 Uhr schlafen – stellte ich für Dienstagmorgen den Wecker, denn schließlich mussten wir bis 11:00 Uhr auschecken.

15. – 19. September 2020
Camping am Penzliner See – landschaftlich sehr schön

Tatsächlich machten wir uns gegen 11:00 Uhr auf den eigentlich etwas über 20 km weiten Weg nach Penzlin und tatsächlich mussten wir einer vielleicht 50 km langen Umleitung folgen, weil irgendwo eine Straße gesperrt war. Schließlich kamen wir doch auf dem Naturcampingplatz Weidengrund am Penzliner Stadtsee an – ein recht neuer, kleiner und sehr hübsch gelegener Campingplatz mit einem umzäunten Hundeauslauf. Die Landschaft um den Penzliner See ist sehr hübsch und besticht durch ihren alten Baumbestand.

Tagsüber war es sehr warm, so dass wir einen langen Spaziergang entlang des verwunschenen Seeufers bis ins Städtchen Penzlin immer erst am späten Nachmittag starteten. Am ersten Tag besichtigten wir das Städtchen Penzlin. Zur Belustigung Dritter begegnete uns in Höhe eines kleinen Bistros eine kleine Katze, die trotz unserer tobenden Hunde einfach mitten auf der Straße sitzen blieb. Andreas versuchte, die Katze zu vertreiben … das beeindruckte die Katze überhaupt nicht. Schließlich räumte sie die Straße und setzte sich in einen Hauseingang. Mit großer Mühe schaffte ich es, die immer noch tobenden Hunde an der Katze und den belustigten Bistrogästen vorbei zu zerren.

Wir setzten die Stadtbesichtigung fort. Unsere besondere Aufmerksamkeit lag auf einem Restaurant, wo wir an einem der nächsten Tage einkehren könnten – wir fanden aber nichts Passendes und machten uns bei Sonnenuntergang entlang des hübschen Seeufers auf den Rückweg.

Bei Rotwein und Erdnüssen saßen wir an unserem ersten Abend noch lange draußen und schauten uns die wegen fehlender Lichtverschmutzung toll zu sehende Milchstraße an.

Auch die nächsten Tag startete mit Sonnenschein und es wurde schnell wärmer. Nach dem Frühstück ging ich mit den beiden Mädels auf den großzügigen und gut gepflegten Hundeplatz, um insbesondere mit Gina für die Begleithundeprüfung zu üben, die wir am 25. Oktober ablegen wollten. Andreas ließ ein paarmal seine Drohne über den See fliegen und machte tolle Landschaftsaufnahmen.

Bis zum Nachmittag ließen wir es ruhig angehen, um dann bei kühleren Temperaturen unseren täglichen Spaziergang bis nach Penzlin entlang des Seeufers zu machen. Während unseres Aufenthaltes wurden die Nächte immer kälter und Samstag- und Sonntagmorgen war es sogar neblig.

20. bis 21. September 2020
zu Besuch bei Fischers

Für unseren nächsten Standort hatte sich Andreas etwas Besonderes ausgesucht: Eine Wiese ohne Infrastruktur bei einem Fischer, der in der Straße zum Fischer Hausnummer 16 am Blankensee wohnt. Die Fahrt davon führte uns zum Teil auf single track roads durch die schöne und einsame Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Bei der Fahrt durch einen sehr schönen Mischwald kreuzte ein Hirsch unseren Weg – zum Glück mit viel Abstand, so dass die Situation weder für uns noch für den Hirsch gefährlich war. Durch einige der kleinen Örtchen, die wir bei unsrer Fahrt passierten, führte altes Kopfsteinpflaster.

Beim Fischer angekommen, ging Andreas auf den Hof des Fischers. Einige Dorfbewohner hatten sich am heutigen Sonntag zum Frühschoppen getroffen. Andreas kam mit einem Anmeldebogen und einem geräucherten Fisch zurück und wir gesellten uns zu einem anderen WoMo auf Fischer’s Wiese. Da die anderen Wohnmobilisten, wie sie selbst meinte, eine eher unverträgliche Labradorhündin hatten, überlegten wir nicht lange und steckten unseren Clain mit dem Schafzaun ab.

Weit ab von Trubel vertrieben wir uns auf diesem Fleckchen zwei Tage mit Faulenzen, Angeln, für die Begleithundeprüfung üben und Hundespaziergängen über einsame, weite Weiden am Rand des Blankensees.

22./23. September 2020
Arendsee

Auch für unseren nächsten Übernachtungsplatz hatte Andreas etwas ganz besonderes ausgesucht.: Wir steuerten einen kleinen Stellplatz auf einem Privatgrundstück am Arendsee an.

23./24. September 2020

Der WoMo-Stellplatz in Waren war ebenfalls voll – genau so wie einige andere Campingplätze, die wir am Westufer der Müritz ansteuerten. Zu guter Letzt fanden wir auf einem Campingplatz dann doch noch ein Plätzchen für die Nacht. Die Ausstattung war teilweise recht altertümlich, aber die sanitären Einrichtungen waren sauber.

Unser nächstes Reiseziel war Celle und so fuhren wir am frühen Vormittag Richtung Westen. An frühen Mittag erreichten wir den WoMo-Stellplatz an einem Schwimmbad, aber dieser war nicht nur picke packe voll, sondern überfüllt. Einige Wohnmobile standen auf den Parkplätzen direkt neben der Straße.

Enttäuscht fuhren wir auf einen Parkplatz, um uns zu beraten. Wir kamen zu dem Schluss, dass egal wo wir nun noch hinfahren würden, alles voll ist. Nicht nur wir wollten unter Corona-Bedingungen lieber Urlaub im Heimatland machen.

So beschlossen wir, direkt nach hause zu fahren und abends in der Pizzeria bei uns um die Ecke im Außenbereich lecker Pizza zu essen.